Der Brauereikeller wurde zur Zauberhöhle

Beim Walsheimer Spätsommer im Brauereikeller verblüffte Zauberkünstler Kalibo sein Publikum.

Atemberaubende Schnelligkeit in Sprache und Zaubertricks faszinierte das begeisterte Publikum beim Auftritt von Kalibo, des Saarbrücker Magiers. Im voll besetzten Walsheimer Brauereikeller ließ er unter Bechern nicht nur Bälle, sondern auch Orangen und sogar Melonen erscheinen, holte aus einer echten Zitrone einen Geldschein und steckte verblüffte mit Kartenspielen. Solche und ähnliche Illusionen gehörten zur Show, bei dem er auch Menschen aus dem Publikum mit einbezog.

Kalibo, der mit bürgerlichem Namen Kai Oliver Borchers heißt, feierte kürzlich sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Erstmals zeigte er 1992 beim Geburtstag seiner Mutter auf der Bühne sein Können. Anschließend sammelte er auf Privatfeiern, in Fußgängerzonen und im Saarbrücker Zoo Erfahrungen, wo er bis heute regelmäßig seine Tricks zeigt.

Der Künstler tritt seit vielen Jahren bundesweit auf Kleinkunstbühnen, bei Festivals, auf Mittelaltermärkten und in Dinner-Shows auf. Seit zehn Jahren zaubert er zwei bis drei Monate im Jahr auf Kreuzfahrtschiffen, ist so bereits in über 70 Ländern auf allen Kontinenten gewesen.

 Sein Auftritt, bei dem ihn die Zuschauer nicht ohne eine Zugabe gehen ließen, war die dritte Veranstaltung der Kulturreihe Walsheimer Spätsommer, die noch bis zum 30. September weitergeht. Am Samstag folgte das Drachenfest mit der Kunstschule Artefix.

Drei Stunden Comedy mit Kult-Sketchen

Walsheim. Im historischen Brauereikeller in Walsheim stand beim Walsheimer Spätsommer der Quatsch Comedy Club auf dem Programm. Die zahlreichen Gäste waren begeistert.

„Ich bin super glücklich. Es ist gut gelaufen, die Leute sind zufrieden, es war ein schöner, gelungener Abend“, freute sich Hartmut Brengel nach der Premiere des „Quatsch Comedy Clubs“ vor ausverkauftem Haus im historischen Brauereikeller Walsheim. Es war die zweite Veranstaltung der neuen Kulturreihe „Walsheimer Spätsommer“, die mit einem stimmungsvollen und musikalisch hochqualitativen Abend mit Maritta Meyer und ihrer Band mit Teilen des „Jazz Loft Projects“ von Oliver Strauch sowie der gemeinsamen Ausstellung des Malers Fred Weber und der Bildhauerin Ute Belzer eröffnet wurde.

26 Darsteller schlüpften bei den 23 Programmpunkten beim Comedy-Abend in 55 Rollen, ließen das rund dreistündige Programm wie im Fluge vorbeigehen. Mit einer Persiflage auf Kult-Sketch „Dinner for one“ schlossen Patrick Zahm als treuer Diener und Corinna Thomann als Hannelore Bersweiler, die ihren 30. Geburtstag zum dritten Mal feiern konnte, den Reigen der Darbietungen. Mit dabei ihre verstorbenen Freunde und Walsheimer Ortsgrößen, denen der Butler Leben einhauchte, Bambi, Admiral E. Schneider, Linde und Zicco als gute Gesellschafter mit manchem Bonmot bei einem „Schörlchen“ der Gastgeberin aussehen ließen, für so manchen „running gag“ sorgten.

Hartmut Brengel, der Ideengeber des Abends, und selbst Akteur in der Rolle eines Sängers zum Thema „Fleischeslust“, hatte keine großen Probleme, seine „Comedy-Mannschaft“ zusammen zu stellen. „Da die Leute so gut sind, konnten wir den Abend so abwechslungsreich gestalten“. Ob als Einzeldarsteller wie „Superhausfrau“ Rosel Kraus mit ihrem „Hawe voll Gequellte“ oder Ralf Gros als „Blumenmann“, oder in kleineren und größeren Gruppen, geboten wurde ein vielfältiges, ausgewogenes Programm, mit dessen Uraufführung ins Schwarze getroffen wurde.

Als Michael Clivot, der den Abend eröffnete, daran erinnerte, dass der Original Quatsch Comedy Club 1992 von Thomas Hermann als Bühnenshow in St. Pauli gegründet wurde, verpackte er in seinem Beitrag, dem Brief einer Tochter, sowohl süffisantes als auch Nachdenkliches. Katrin Martin glänzte als moderne Frau mit einem eindeutig zweideutigen Vortrag. Die Besucher konnten miterleben, wie Charlotte und Frank Bender, auch im wirklichen Leben ein Ehepaar, ihr letztes gemeinsames Frühstück einnahmen.

Die größte Formation lieferte sich einen kein Auge trocken lassenden Gesangsvortrag. Es waren neun Frauen, eingeteilt in die Gruppe der Landfrauen, echte Walsemer Bauernmäde, und die der Stadtfrauen, deren Männer im Parlament sitzen. Die Gebrüder Grimm wurden in der Darstellung des Aschenputtels lebendig.

Den Vogel des Abends, der von Christian Schmelzer moderiert wurde, schoss Ortsvorsteher Michael Thomann ab. Als intellentes und zugleich kultiviertes Mädchen aus Walsheim verpackte er die 40 Vorzüge einer Gurke gegenüber eines Mannes in seinem Vortrag und erntete damit jede Menge Lacher.

Saarbrücker Zeitung, 6.9.2017